Weißt Du, wer Ödön von Horváth ist?

Weißt Du, wer Ödön von Horváth ist?

Weißt Du, wer Ödön von Horváth ist?

Die spielBühne spielte am 15. April um 20 Uhr „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth im Theater an der Wilhelmshöhe in Lingen (Ems). Aber was weißt Du eigentlich über den Autor?

Ödön von Horváth heißt eigentlich Edmund Josef von Horváth und ist ein deutschsprachiger Schriftsteller. Der Name „Ödön“ ist die ungarische Variante des deutschen „Edmund“.

Er wurde am 9. Dezember 1901 in der Stadt Sušak geboren. Die gehörte damals zum Königreich Ungarn. Heute ist es ein Stadtteil von Rijeka in Kroatien. Gestorben ist er am 1. Juni 1938 in Paris, als er von einem Ast erschlagen wurde, der bei einem Gewitter von einem Baum herabstürzte. Horváth wurde in Saint-Ouen in Paris begraben. Allerdings wurden seine sterblichen Überreste 1988 nach Wien überführt und in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof beigesetzt.

1920 begann Horváth zu schreiben. 1926 wurde sein erster literarischer Text „Das Buch der Tänze“ szenisch in Osnabrück aufgeführt. 1931 hatte er den Höhepunkt seines schriftstellerischen Schaffens erreicht, wurde mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet und sein heute wohl erfolgreichstes Bühnenstück „Geschichten aus dem Wienerwald“ wurde uraufgeführt.

Horváth sympathisierte mit den Linken. Aber er band sich an keine Partei. Auch aus der katholischen Kirche ist er ausgetreten. In seinen Stücken warnt er vor den Gefahren des Faschismus.

Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 verließ Horváth Deutschland und ging nach Wien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 bereiste er einige Städte und kam Ende Mai nach Paris, wo er am 1. Juni starb.

Horváth nennt das Ziel seiner Arbeit die „Demaskierung des Bewußtseins“. Er übt radikale Sozialkritik und befasst sich ausführlich mit dem Aufstieg des Faschismus. Gesellschaftliche Probleme stellt er volkstümlich dar, damit das Thema von Jedem verstanden und behandelt werden kann.